Deutsche Handelsmarine

Küstenmotorschiff 

 

Küstenmotorschiff CORNELIA SIEGHOLD hängt am 5. Juni 1951 an zwei großen Schwimmkränen -

"klar zum Stapelhub" .

 

 

 

Noch schwebt der Rumpf, gleich setzt er an der Wasseroberfläche auf .

 

 

 

Die Pallen sind leer, der Rumpf schwimmt, Erleichterung macht sich breit. Max Sieghold wendet sich

 wieder seinen Geschäften zu. Von hier wird der Rumpf jetzt in das hauseigene Dock verholt, in dem

dann später die Taufe  vollzogen wird.

 

 

 

Frau Marie Sieghold tauft hier mit kräftigem Schwung das Schiff auf den Namen

CORNELIA SIEGHOLD

 

 

 

 Aus dem abgesenkten Schwimmdock wird CORNELIA SIEGHOLD zum Ausrüstungshafen geschleppt.

 

 

 

Am 15. Juli 1951 geht CORNELIA SIEGHOLD auf Probefahrt. Die Beköstigung der Probefahrtgäste

dürfte wohl nach heutigen Maßstäben eher schmal ausgefallen sein.

 

 

 

Das Schiff in abgeladenem Zustand, nachdem es schon einige Reisen hinter sich hat.

 

Eine kleine - aber wahrlich feine - Werft lag am Ostufer im Norden des Bremerhavener Fischereihafen II. Ihr Name, Sieghold-Werft Bremerhaven GmbH & Co.. 1924 als Schmiede und Schlosserei von Max Sieghold gegründet reparierte man zunächst Haushaltsgeräte. 1928 aber baute man hier die ersten Schiffe und spezialisierte sich auf den Bau von mechanischen Fisch-Transportanlagen. Damit veränderte sich ein Handwerksbetrieb zu einem Indutriebetrieb. Während des II. Weltkrieges wurden mit einer Belegschaft von 120 Mann Fischdampfer umgebaut und repariert und eine ganze Reihe von Vorpostenbooten umgerüstet. Nach den Wirren der Nachkriegszeit ging es mit der Kiellegung an Land des Küstenmotorschiffs CORNELIA SIEGHOLD (Baunr. 101), am 15. Dezember 1950 wieder aufwärts. Stapellauf, der aber eher einem "Stapelhub" an zwei Schwimmkränen glich, war dann am 5. Juni 1951. Max Sieghold baute das Schiff wahrscheinlich mit Hilfe der öffentlichen Hand für eigene Rechnung. Fördermittel des Bundes und der Länder wurden damals zum Aufbau der Wirtschaft ausgegeben. So konnte man schon am 15. Juli 1951 das Schiff an seinen Eigner Max Sieghold übergeben. 1955 starb Max Sieghold. 1954 in den väterlichen Betrieb eingestiegen, übernahm sein Sohn, gelernter Schiffbauer, zusammen mit dem damaligen Betriebsleiter Ernst Franke die Werft. Durch die Erweiterung des Werftgeländes in den 60er Jahren wurden neben Schiffsreparaturen nun auch verstärkt neue Schiffe gebaut. Außer Fischereifahrzeugen liefen eine Reihe von Spezialfahrzeugen wie Schottelschlepper, Küstentanker, kleinere und mittlere Frachter vom Stapel. Mit dem Bau von Ölbohrinseln sowie Reparatur und Neubau von Offshore-Anlagen, u.a. Transocean II, machte sich die Werft 1964 als erste Bremerhavener Werft einen Namen. Mit zeitweilig bis zu 400 Mitarbeitern behauptete sich der Familienbetrieb im immer schwieriger werdenden Wettbewerb mit den Großwerften. Unbezahlte Rechnungen von mehr als 5 Millionen DM führten nachher dazu, dass die Unternehmensleitung die Werft an den Bremer Vulkan verkaufte. Damit endete hier der Neubau von Schiffen und der Betrieb wurde am 30. September 1988 praktisch stillgelegt.

 

Text: Christian Biedekarken

 

CORNELIA SIEGHOLD    DEUL

Stapelhub: 5.6. 1951

Übergabe: 15.7.1951

Werft: Schiffswerft & Masch. Fab. M. Sieghold, Bremerhaven

Baunr.: 101

1.8.1951 CORNELIA SIEGHOLD Eigner:  Max Sieghold, Bremerhaven

22.4.1953 Neuer Name: SAN VICENTE Cia. Naviera Valparaiso Ltda., Valparaiso Chile.

1956 Cia. Maritima Valck & Monckton SA.

Seit 1972 Eigner gestrichen. Im Nachtrag des LR 1992/93 gestrichen, da Existenz fraglich.

 

Technische Daten

MS CORNELIA SIEGHOLD war wie folgt vermessen: L.l.Reg: 45,73m  Breite: 8,17m  BRT: 298  NRT: 192  tdw: 520  Besatzung: 11  Passagiere:   Antrieb: 1 Mot. HD 4Te, MAK Kiel,  500 PSi,  

 

Quelle:

Abert, H.-J.:"Die Deutsche Handels-Marine 1870-2000" Eigenverlag

Biedekarken, Ch.: Eigene Recherche in Zusammenarbeit mit Herrn M. Gralf Sieghold

 

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