Deutsche Handelsmarine

MS PETER RICKMERS

Felicitas Rickmers Linie KG & Co, Singapur

 

 

MS "PETER RICKMERS"   Felicitas Rickmers Linie KG & Co, Singapur

 

                                                                Zeichnung und ©: Karsten Kunibert Krüger-Kopiske

MS "PETER RICKMERS"   Felicitas Rickmers Linie KG & Co, Singapur

 

Unter der Leitung von Peter und Claus Rickmers übernahm die Rickmers-Linie GmbH, Hamburg im Januar 1950 ihr erstes Schiff, die in Großbritannien 1935 gebaute MS Boltonhall, und taufte es auf den Namen Mai Rickmers. Nach dem Umbau des Schiffes auf der Rickmers Werft in Bremerhaven nahm man im Februar 1951 den China-Dienst wieder auf. Der ersten Reise war allerdings kein Erfolg beschieden, da die Streitkräfte der Taiwan-Regierung das Schiff auf der Fahrt von Hongkong - Tientsin vor Amoy aufbrachten. InTaipeh und Keelung wurde die Ladung beschlagnahmt und Schiff sowie Besatzung sieben Wochen lang festgehalten. Obwohl die Rickmers-Linie seit 1951 deutscher Vertreter der China National Chartering Corporation war, gelang es der Reederei erst 1956, einen geordneten Liniendienst nach Ostasien wieder aufzunehmen. Mit Etha Rickmers, einer Fast-Schwester der PETER RICKMERS, erhielt die Linie 1959 zum ersten Mal ein Schiff mit Schwergutladegeschirr.

 

 

MS "PETER RICKMERS"   Felicitas Rickmers Linie KG & Co, Singapur

 

Wie schon ihre Vorgängerin, wurde auch die PETER RICKMERS unter der Bau Nr. 300 auf der Rickmers Werft, Bremerhaven gebaut. Stapellauf war am 4. Oktober 1961, die Übergabe an die Reederei fand dann am 31. März 1962 statt. Das im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin  mit zwei Stülcken-Schwergutmasten ausgerüstete Schiff konnte in der Kombination beider Schwergutgeschirre 260 t heben. Mit Beginn der 60er Jahre kam es durch den Flottenausbau der Staatshandelsländer zu Geschäftseinbrüchen bei den Reedereien. Für die Rickmers-Linie bedeutete dies immer längere Wartezeiten in den chinesischen Häfen. Die Dauer einer Rundreise betrug jetzt  bis zu 200 statt der sonst üblichen 120 Tage. Die Investition in die beiden Schwergutschiffe machte sich trotzdem bezahlt, fuhren sie doch jetzt mit voll ausgelasteter Schwergutkapazität.

 

 

MS "PETER RICKMERS"   Rickmers Linie mbH, Hamburg

 

Am 29. November 1966 auf der Reise Tsingtao - Hamburg musste das Schiff in der Nähe von Alexandria auf Grund gesetzt werden, da es bei Tagesanbruch einen Unterwasserfelsen gestreift hatte. Am 13. Dezember wurde es zur Reparatur nach Alexandria eingeschleppt und konnte anschließend seine Reise nach Hamburg fortsetzen. Bis zum Juli 1986 war das Schiff noch im Dienst der verschiedenen Rickmers Unternehmen. Am 20. August 1986 löschte die PETER RICKMERS in Shanghai die Ladung. Von dort ging es auf seine letzte Reise nach Nantong, das es am 13. September 1986 erreichte. Hier wurde das Schiff abgebrochen.

 

Text: Christian Biedekarken

 

MS PETER RICKMERS

war wie folgt vermessen: L.ü.A: 159,70  Breite: 20,48  BRT: 10223  NRT: 6187  tdw: 13100  Besatzung: 43  Passagiere:     Antrieb: ein 6-Zyl.-Zweitaktdiesel, MAN, 8300 PS  17,5kn 

 

Quellen:

Abert, H.-J. "Die deutsche Handelsmarine 1870-2000" Selbstverlag, Ratzeburg

Kludas, Arnold  "Rickmers" 150 Jahre Schiffbau und Schiffahrt Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford

Krüger-Kopiske, Karsten Kunibert: 1 Wasserlinien-Seitenriss Zeichnung

 

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