Deutsche Handelsmarine

MS TROPICAL GOLD ex MS BRUNSWICK

der Reederei W. Bruns & Co, Hamburg
 

 

MS TROPICAL GOLD ex MS BRUNSWICK   

Eigner bei Aufnahme des Fotos am 14.02.1985: Intercontinental Transportation Services Ltd., Monrovia Griechenland 

 

Am 29. November 1968 läuft das Schiff bei den Lübecker Flender Werke AG, Lübeck‑S unter der Bau Nr. 573 vom Stapel und wird am 20. Februar 1969 als BRUNSWICK an die Reederei Willi Bruns & Co. Hamburg, abgeliefert. Im September 1978 verkauft an die Interkontinental Transport Services Ltd., Monrovia (Liberia). Neuer Name: TROPICAL GOLD. 1980 I. Larsen. 1984 Mahele Reefer Ltd. 1985 (wie 1980). 1987 an Monterosa Maritime & Trading Inc., Monrovia. 1987 Weiter an European Express SA (Transcontinental Maritime & Trading SA), Piraeus (Griechenland). Neuer Name: KEA REEFER. 1990 an Navex Co. SA (PMT Shipping SA), Nassau (Bahamas). Neuer Name: NETWORK SPARROW. 1993 (Target Marine SA). 30. April 1993 ab Masan nach Busan zum Abbruch und etwa 1. Juli 1993 Ankunft in einer chinesischen Abbruchwerft.

 

Technische Daten:

MS Brunswick war wie folgt vermessen:

L.ü.A: 135,50  Breite: 17,30  BRT: 4749  NRT: 2677  tdw: 4201  Besatzung: 36  Passagiere: 10    Antrieb: zwei  12-Zyl.-Viertaktdiesel, mit  Getriebe  PSe: 12000  kn: 22 

 

Schwesterschiff:

BRUNSRODE (beide Schiffe hatten ein Spiegelheck)

 

zu "MS BRUNSWICK" schrieb mir Herr Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Zeggert die folgenden Zeilen:
Technische Daten: Die zwei 12-Zylinder-Dieselmotore (V-Motore) waren von SEMT Pielstick (franz. Hersteller). Das Getriebe könnte von B&V gewesen sein, weiss ich nicht mehr so genau. Angekoppelt ans Getriebe waren die Maschinen über hydraulische Kupplungen Typ "Vulcan". Man konnte so bei Manöverfahrt eine Maschine vorwärts drehen lassen, die andere rückwärts, und durch wechselseitiges Kuppeln rel. schnell von VORAUS auf ZURÜCK umsteuern. Im Übrigen waren die beiden Schiffe wegen ihrer sehr störanfälligen Motorenanlage beit BRUNS recht unbeliebt. Es gab für die Ings. deshalb auch eine sog. Pielstick-Zulage, Zitterprämie genannt (Ich war 1973 an Bord). Diese Motorentechnik war seinerzeit insofern neu, als dass man mit Tauchkolbenmotoren (also wie bei Automotor: Kolben mit Kolbenbolzen) Schwerölbetrieb fuhr. Bekanntes Problem dadurch: Verkoken und Festsitzen der Kolbenringe, Flammendurchschlag ins Kurbelgehäuse, Kurbelwannenexplosion. Bei voller Fahrt ging man extrem ungern zwischen die beiden Hauptmaschinen............. Häufiges Theater: Abgerissene Ventile, dadurch Turboladerschaden (Schaufeln). Wie gesagt, viel Maloche.

 

 

Quellen:  

Abert, H.-J.: "Die deutsche Handelsmarine 1870-2000" Selbstverlag, Ratzeburg

K.H.Schwadtke: "Deutschlands Handelsflotte 1970" Verlag Eckardt & Messtorff, Hamburg

Kludas, Arnhold / Witthohn, Ralf "Die deutschen Kühlschiffe" Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford

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