Deutsche Handelsmarine

FMS WIEN

der Hanseatische Hochseefischerei AG,

Bremerhaven (1929-1985)

 

 

FMS Wien der: HF Bremerhaven GmbH & Co. KG.

 die hier im Juni 1987 in Bremerhaven auf einen Käufer wartet.

 

 

                                                                  Zeichnung und ©: Karsten Kunibert Krüger-Kopiske

FMS Wien der Hanseatischen Hochseefischerei AG, Bremerhaven

 

 

 

FMS Wien der Hanseatischen Hochseefischerei AG, Bremerhaven

von Bord des FMS HESSEN im Fanggebiet fotografiert 

 

FMS WIEN lief am 5. Mai 1962 als Bau-Nr. 416 bei der Schiffbau Ges. "Unterweser" AG, Bremerhaven, vom Stapel. Ursprünglich war das Schiff, von der zur Oetkergruppe gehörenden Hanseatischen Hochseefischerei AG, Bremerhaven, als Seitenfänger in Auftrag gegeben. Die WIEN sollte das fünfte Schiff einer Trawlerserie werden, zu der die HANSEAT, ROTERSAND, HOHEWEG und MELLUM gehörten. Auf Grund der fortschreitenden Entwicklung im Bau von Fischereifahrzeugen, wurde der Neubau im Mai 1961 als Heckfänger umgeschrieben. Damit war die MELLUM der letzte, auf einer deutschen Werft, für deutsche Rechnung gebaute, Seitenfänger. Am 7. August 1962 war Probefahrt und am 8. August wurde das Schiff an die Reederei übergeben. Die WIEN war als Neubau ein sogenannter Teilfroster mit einer Gefrierkapazität von 12 t/Tag. Das heißt, dass ein Teil des Fanges tiefgefroren und ein weiterer Teil als Frischfisch spätestens nach 15/16 Tagen am Markt sein musste. 1966 wurde das Schiff zum Vollfroster umgebaut, lief aber ab 1970 nach Ausbau der Frostanlagen nur noch als Frischfischfänger mit nun auf 650 cbm vergrößerten Frischfischräumen zum Fang aus. Als Heckfänger fand die Verarbeitung unter Deck statt. Im Fischverarbeitungsraum waren die manuellen Transportwege auf diesem Schiff schon weitgehend durch mechanische Transportbänder abgelöst. Beginnend mit einem Fischsammelband waren hier zwei Fischstraßen angeschlossen. Die Frischfischlinie, die zur Fischwaschmaschine führte und die Rotbarschstraße mit einer kombinierten Köpf-Häutemaschine. Für 42 Mann gab es Schlafplätze an Bord.

 

 

 

Heckansicht des FMS Wien,

 

25 Jahre ist dieses Schiff seiner Aufgabe, den deutschen Markt mit Frischfisch zu bedienen, nachgekommen. Die notwendige Einführung von Fangquoten, die Ausweitung der Hoheitsgewässer sowie EG-politische wie wirtschaftspolitische Umstände führten letzendlich zum Untergang der deutschen Hochseefischerei. Der Rückzug der Oetker-Gruppe aus der Hochseefischerei besiegelte 1985 das Ende der Hanseatischen Hochseefischerei AG, Bremerhaven. Drei verbliebene Fischfischfänger WIEN, GEESTEMÜNDE und BÜRGERMEISTER SMIDT gingen in den Besitz der auch mit Mitteln des Landes Bremen neugegründeten Hochseefischerei Bremerhaven GmbH & Co. KG über.

 

 

Von Farbe ist hier nicht mehr viel zu erkennen.

 

Nachdem die WIEN seit Jahren nicht mehr kostendeckend betrieben werden konnte und nur noch rote Zahlen einfuhr, entschied der Geschäftsführer der Hochseefischerei Bremerhaven GmbH & Co. KG, das Schiff mit Datum vom 11. Juni 1987 still zu legen. Im Herbst 1987 wurde die WIEN an die Durano Ltd, einer Offshore- Gesellschaft in Aberdeen (GB), verkauft. Neuer Name: MOUNT CHALLENGER. Im Nachtrag des LR 1991/92 wird das Schiff als abgebrochen gemeldet. 

 

 

Im Vorschiff kann man noch erahnen, dass die Decks mal grün gepönt waren

 

 

                                Foto: Ch. Biedekarken

Original Wappenschild der Wien

als sie noch zur Hanseatischen Hochseefischerei AG, Bremerhaven, gehörte

 

Text: Christian Biedekarken

 

Technische Daten:

FMS WIEN war wie folgt vermessen:

Länge ü.a.: 72,8m  Breite: 11m Tiefg: 4,70m  BRT: 990  NRT: 404  Besatzung: 38  Antrieb: 1 Motor 4 Te 8-Zyl. Dieselmotor Hersteller: Klöckner Humboldt Deutz AG, Köln  PSe: 1800,  1 Motor 4 Te 8-Zyl. E-Motor mit Getriebe dieselelektrisch PSe: 545  Kn.: 15

 

Quellen:

Abert, H.-J.:"Die Deutsche Handels-Marine 1870-2000" Eigenverlag

Beckmann, Werner "Die Reedereien der Hochsee- und Heringsfischerei in Bremerhaven"

Band 40 der neuen Reihe der Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern.

diverse Zeitungsartikel

 

 

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