Deutsche Handelsmarine

MS WIESBADEN

der Hamburg-Amerika Linie, Hamburg

 

MS Wiesbaden einlaufend Fremantle

 

MS Wiesbaden der HAPAG, Hamburg, hier einlaufend Fremantle/WA am 26.12.1969  

 

                                                                                                               Zeichnung und ©: Karsten Kunibert Krüger-Kopiske

MS Wiesbaden der HAPAG, Hamburg

 

In der 50er Jahren gelang es der HAPAG den Ausbau der Frachtschiffsflotte voranzutreiben. Ende 1957 besaß die HAPAG 37 Frachtschiffe und 10 weitere befanden sich zu dem Zeitpunkt noch im Bau, sollten aber bis 1959 abgeliefert werden. Darunter befand sich auch die sogenannte Tübingen-Klasse. Sieben Schiffe die in der Zeit von 1955 bis 1959 bei Howaldtswerke AG, Hamburg gebaut wurden. Tübingen und Göttingen kamen im Oktober und Dezember 1955 zur HAPAG-Flotte. Es folgen Erlangen 1956, Weimar, Wiesbaden und Wien 1957 und Worms dann im Mai 1959.

 

 

Die Leinenverbindung zum Schlepper ist aufgenommen

 

Entsprach das Aussehen der HAPAG-Schiffe eher einer konservativen Linienführung, so überzeugten die sieben bei Howaldtswerke, Hamburg gebauten Frachter jetzt mit ihren eleganten Linien. Die Schiffe wurden in den unterschiedlichsten Fahrtgebieten eingesetzt.

So führten die Jungfernreisen von MS Tübingen, MS Göttingen und MS Erlangen an die Ostküste Nordamerikas. MS Weimar und MS Wiesbaden nahmen Kurs auf die Westküste Südamerikas. MS Wien stellte sich in Ostasien vor und MS Worms lief die Häfen von Mexiko und dem US-Golf an.

 

 

Mit Schlepperhilfe geht es nun an die Pier in Fremantle/WA

 

In der Mitte der 60er Jahre konnte man am Horizont die Transportrevolution, die durch die Containerisierung des Welthandelsverkehrs auf die Reeder zukam, schon ausmachen. 1967 entschließt sich die HAPAG, gemeinsam mit dem Norddeutschen Lloyd, für den Nordatlantikdienst Vollcontainerschiffe bauen zu lassen. Mit der Fusion von HAPAG und Lloyd im Jahre 1970 entsteht die Hapag-Lloyd AG. Das Typschiff MS Tübingen verkaufte die Hapag noch im Januar 1970. Zwei Einheiten liefen seit 1969 in Kaufmiete für Indonesien. 1972 wurden die vier restlichen Schiffe an neue Eigner verkauft.

 

Text: Christian Biedekarken

 

Technische Daten:

MS Wiesbaden war wie folgt vermessen:

Länge ü.a.: 155,52m  Breite: 18,45m Tiefg: 11,08m  BRT: 8361  NRT: 4966   tdw: 10580  Besatzung: 49  Passagiere: 12  Antrieb: Ein Zwei-Takt Dieselmotor K 8 Z 780/1400, Hersteller: HOWALDT  PSe: 9000  Kn.: 17,5

 

Stapellauf: 14. August 1957, Howaldtswerke Hamburg AG, Hamburg Bau.Nr.: 927

Ablieferung: 12 Oktober 1957 an HAPAG, Hamburg

1970 übertragen an die Hapag-lloyd AG Hamburg

17. Oktober 1972 Ocean Tramping Co, Mogadischu, Somalia. Neuer Name: MINGYAO

1975 China Ocean Shipping Co., Peking, Volksrepublik China. Neuer Name: XIU SHAN

1984 Tianjin Ocean Shipping Co.-Cosco Tianjin.

1986/87 im Nachtrag des LR als abgebrochen gemeldet.

 

Quellen:

Abert, H.-J. "Die deutsche Handelsmarine 1870-2000" Selbstverlag, Ratzeburg

Kludas, Arnold: "Hapag-Lloyd Die ersten 25 Jahre" Verlag Gert Uwe Detlefsen

Witthöft, Hans Jürgen:"HAPAG Hamburg Amerika Linie" Köhlers Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg

 

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